Alles zu viel: erschöpfte Psyche

131
netzwekt

Glaubst du manchmal, du stehst bald vor einem Burnout?

Bis zur völligen psychischen Erschöpfung muss es nicht kommen. Hol dir rechtzeitig Unterstützung, wenn du dich schon länger überfordert fühlst.
Es gibt neben längerfristigen Belastungen von außen, auch seelische Muster und physische Anzeichen, um uns überfordert und erschöpft zu fühlen:

Externe Faktoren

  • wenn man bei Tätigkeiten permanent unterbrochen oder gestört wird
  • starre (Firmen-)Strukuren, die man nicht beeinflussen kann
  • wenn die Aufgaben immer mehr werden und Stress verursachen
  • Mobbing und feindseelige Umgebung
  • Keine Selbstbestimmung, keine freie Zeiteinteilung
  • Multitasking, vieles gleichzeitig erledigen sollen
  • ungesundes Macht- Hierarchieverhältnis
  • Aufgaben erscheinen sinnlos

Seelische Faktoren

  • Schwierigkeiten, sich abzugrenzen
  • sehr leistungsorientiert sein
  • hoher Perfektionismus und selbstkritisch sein
  • nie gut genug sein, hohe Ansprüche
  • oft über die eigenen Grenzen gehen
  • sich selbst, den Körper, nicht gut spüren
  • ständiges grübeln und Gedankenkreisen
  • viel auf die Meinung anderer geben, recht machen wollen
  • Bedürfnis nach Entspannung wird nicht gespürt
  • innere Unruhe und sehr kontrolliert sein

Seine eigenen Bedürfnisse und Grenzen zu kennen ist essentiell, um sich nicht auf Dauer zu überlasten.

Manchmal ist es gar nicht so leicht, auch nur sich selbst einzugestehen, dass man -eigentlich- nicht mehr kann, und alles zu viel ist. Auch wenn du glaubst, dass Erholung nicht mehr möglich ist, es gibt nichts, wofür du dich schämen musst, offen darüber zu sprechen. Das Hilfe-holen ist kein Versagen, sondern ein mutiger, sehr wichtiger Schritt um wieder gesund und voll Balance zu leben.

Was ist eigentlich Burnout?

Burnout gilt nicht als eigenständige Krankheit, und es muss auch nicht nur Stress in der Arbeit sein, wenn man sich innerlich überlastet fühlt. Eine Kombination aller Lebensbereiche kann die Psyche auch ohne Erwerbsarbeit ausbrennen lassen.

Im schlimmsten Fall kann es zu einer Depression, einem totalen Zusammenbruch kommen. Man fühlt sich hoffnungslos und leer. Daher ist Unterstützung so wichtig.

Burnout ist eine Kombination aus Gefühlen des Ausgebranntseins, Erschöpfung, Hilflosigkeit, das alles nicht mehr zu schaffen, manche sind oft gereizt, unkonzentriert, müde, leiden unter Schlafstörungen und diversen Schmerzen.

Viel Zeitdruck und vor allem innerlicher Stress spielen eine große Rolle. Hohe Ansprüche an sich und die Umwelt lassen keine Erholungspausen zu, und daher heißt es arbeiten bis zum Umfallen.

Manchmal ist man so beschäftigt mit „tun“, dass man gar nicht mehr wahrnimmt, wie unglücklich und unzufrieden man ist. Die Kraftreserven werden immer weniger und oft wird versucht, sich mit übermäßigem Konsum von Kaffee, Alkohol, Tabletten aufzuputschen und dann wieder zu beruhigen. Abhängigkeiten machen alles noch komplizierter.

Daher sprich lieber frühzeitig mit einer neutralen Ansprechperson über deine Gefühle und deine Situation. Es gibt immer einen Weg! Und keine Panik: sich kurzfristig auch mal erschöpft zu fühlen, ist völlig normal, es muss nicht gleich zu einem Burnout führen.

Das beste Mittel zur Prävention: Halte inne, erlaube dir, deine wahren Bedürfnisse und Gefühle zu spüren, und handle bestmöglich danach. Veränderung ist immer möglich.
Jede Sekunde.
Jetzt.

Autorin: Iris Lasta | Psychologische Beraterin