Was wächst denn da im eigenen Garten? Wildkräuter!

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Lange Jahre, ja sogar Jahrzehnte war das Wissen um Wildkräuter bei einigen wenigen (meist) Frauen konzentriert. Diese Frauen hatten etwas Mystisches. Das war nicht immer so.

Das Wissen um heilende Kräuter bewahren

In den früheren Jahrhunderten, speziell im Mittelalter, wurden Wildkräuter als medizinische
Heilmittel eingesetzt. In der Zeit vor Antibiotika und Penizillin mussten sich die Menschen anders helfen. Die Klöster hatten damals eine wichtige Funktion und legten sogenannte Herbarien an. Das Wissen um Wildkräuter konnte dadurch für die nachfolgenden Generationen gesichert werden.

Heute gibt es zahlreiche Möglichkeiten in die Welt der Kräuter einzutauchen und darüber zu lernen. Was unsere Großmütter zum Teil noch wussten, lernen wir heute wieder. So gibt es zum Beispiel Pflanzen, die als natürliche Antibiotika Verwendung fanden. Gegen schleimigen Husten hilft eine andere Pflanze, als gegen trockenen Husten. Für Menstruationsbeschwerden muss nicht gleich zur Schmerztablette gegriffen werden. Und die Lust anzuregen kann mit ein und derselben Pflanze bei Mann und Frau unterschiedliche Auswirkungen haben. Für kleine Schnitt-und Schürfwunden gibt es Hilfe und auch bei leichten Verbrennungen kann nach alten Hausrezepten agiert werden.

Denn das alles gibt uns die Natur. Wir sollten auf sie hören und bei kleineren Wehwehchen nicht automatisch zu Medikamenten greifen. Wildkräuter können wunderbar in unseren täglichen Speiseplan einfließen und uns so laufend und rundum Wohlbefinden schenken. Die Rezeptauswahl ist unglaublich groß. Vom Kräutertopfen über die 9-Kräutersuppe bis hin zum Gierschkuchen (das ist tatsächlich eine Süßspeise!) zeigt sich die Vielfalt der Natur.

Die Schafgarbe – ein vielseitiges Frauenkraut

Die Schafgarbe zum Bespiel ist ein wundervolles und sehr vielseitiges Kraut, vor allem für Frauen leistet sie gute Dienste. Bereits seit Jahrhunderten in Verwendung kommt man heute wieder darauf zurück Frauenleiden natürlich zu behandeln. Die Schafgarbe kann hier einen wertvollen Beitrag leisten. Viele Heilkundige aus früheren Zeiten empfahlen die Schafgarbe zur Stärkung der Mutterschaftsorgane, zur Beruhigung in den Wechseljahren und zur Regulierung der Periode.  Bei Blähungen, Magenkrämpfen und Lungenleiden wurde sie ebenfalls eingesetzt.

Die Schafgarbe wird zu den Bitterstoffdrogen gezählt.  Sie enthält Achelliin (daher auch der botanische Name Achillea millefolium) und Azulen. Diese Stoffe sind verdauungsfördernd, weil die Sekretion im Verdauungstrakt angeregt wird. Azulen ist übrigens ident mit dem Wirkstoff, der in der Kamille enthalten ist und wirkt antimikrobiell und antientzündlich. Der hohe Kaliumgehalt dieser Pflanze regt zur geregelten Nierentätigkeit an, wobei eine reizlose, jedoch verstärkte Harnausscheidung eintritt.

Diese  vielen positiven Faktoren wirken auf den gesamten Verdauungsapparat, fördern den Kreislauf, so kommt es wiederum zu einer Verbesserung der Herztätigkeit. Die Schafgarbe ist somit ein besonders wichtiges Kraut – nicht nur für Frauen, das bei vielen im Garten wächst.

Autorin: Mag (FH) Alexandra Gutmannsthal-Krizanits
Ausbildung zum Dipl. Wildkräuterguide und
bietet Kräuterwanderungen im eigenen Garten an.
Wildgräutergarten.at

 

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