Aus der Minderwertigkeits-Spirale aussteigen

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frau tanz

Wir spüren unsere eigenen Bedürfnisse immer weniger, wenn wir uns immer stärker an dem orientieren, was andere wollen. Das führt zu weniger Selbstbewusstsein und wir verlieren unser Selbstwertgefühl immer weiter.

Zum Beispiel zeigt sich das im extrem ausgeprägten Helfersyndrom: starke Selbstaufopferung, alles für jemanden anderen zu tun. Dadurch wird das künstliche Gefühl erschaffen, gebraucht zu werden, welches den Selbstwert zeitweise aufrechterhält.

Wie beendest du das Verhaltensmuster von
ich zeig mich so wie andere wollen, damit keiner merkt, das ich -vermeintlich- nichts wert bin. Ich tu alles für dich um gemocht zu werden, vernachlässige dabei mich selbst und spür mich immer weniger“?

Deinen Selbstwert zu stärken ist wie eine Reise zu dir selbst:

1. Ja, es geht hier um dich

Weg von den anderen, hin zu dir, ist der erste Schritt. Du darfst dir selbst begegnen. Du darfst dir all deiner Persönlichkeitsanteile bewusst werden. Selbst-bewusst. Du bist stark genug, dem Gefühl der Minderwertigkeit mutig ins Gesicht zu schauen. Die Scham zu demaskieren. Es kann freilich herausfordernd sein und vielleicht möchtest du das mit Unterstützung tun, wenn es allein zu schwer scheint.

2. Akzeptanz ist ein Schritt

Es klingt paradox, doch wenn wir uns nicht mögen, akzeptieren wir nicht, wer und wie wir sind. Beginnen wir also damit, genau das mal anzunehmen, und uns nicht hinter Masken (auch vor uns selbst) zu verstecken. Einfach wahrnehmen, was ist. Akzeptieren, dass ich mich derzeit mit mir nicht wohl fühle ist ein Schritt zu Bewusstsein zu mir selbst. Derzeit ist es so. Ich nehme wertfrei an, was ist. Du kannst dich jetzt entscheiden, dich auf den Weg zu machen, selbstbewusster -dir selbst wieder bewusster- zu werden.

3. Hinsehen

Um hinzusehen musst du ehrlich zu dir selbst sein. Gefühle aushalten und entdecken, was es da noch alles in dir gibt: all die vielen Anteile, die dich liebenswert und besonders und einzigartig machen. Vielleicht verstecken sie sich noch hinter den Masken, doch sie sind da. In dir. Sie dürfen wachsen.

4. Spür´wieder

Vielleicht hast du erfahren, dass es „gefährlich“ ist, Bedürfnisse zu haben, weil sie nicht erfüllt worden sind und es weniger weh tut, nicht(s) zu spüren. Doch du kannst ab sofort für dich selbst da sein, und deine eigenen Gefühle und Bedürfnisse wieder wahrnehmen. Trau dich wieder zu spüren. Das dich selbst wahrnehmen, wird dein Selbstwertgefühl stärken.

5. Erforsche deine Selbstkommunikation

Wie sprichst du denn eigentlich innerlich mit dir? Was sind das für Stimmen, die dir sagen, du bist nicht gut genug? Zu langsam, zu hässlich, zu faul, zu schlecht… Beobachte einmal deine inneren Dialoge. Sie laufen meist automatisch ab und haben viel mit deinem Selbstwertgefühl zu tun. Abwertende Sprache ist so selbst verletzend und sie macht dich klein. Ändere, wie du innerlich mit dir umgehst und du kannst dich stärken!

Den Blick auf sich selbst zu verändern beginnt also zuerst mit Akzeptanz, hinschauen, wahrnehmen. Du kannst spüren, was du, dein Körper, deine Seele brauchen. Dann Schritt für Schritt lernen, dir selbst zu geben, was du versucht hast, von außen zu erlangen.

Jedes bisschen, das du dir wieder näher kommst, spürst du mehr deinen Wert. Du lernst, dir immer mehr zu vertrauen. Weil du deine Bedürfnisse nicht vernachlässigst und für dich da bist. Du kannst dir verzeihen und begegnest deinem früheren Verhalten mit Selbstmitgefühl. Bis du ganz bei dir selbst ankommst.

Du kannst dann ja immer noch lieb, hilfsbereit und höflich sein, wenn es deiner Persönlichkeit entspricht 🙂 Du bist das alles ja dann auch zu dir selbst und es ist jetzt ein Ausdruck deines authentischen selbst Seins.

Autorin: Iris Lasta | Psychologische Beraterin

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