Low Carb – was ist das?

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Nun, Low Carb bezeichnet eine Ernährungsform, bei der die Zufuhr von Kohlenhydraten (englisch: carbs) entweder komplett weggelassen oder reduziert wird. Warum aber soll man Kohlenhydrate überhaupt vermeiden?

Kohlenhydrate sind wichtige Energieträger für unseren Körper. Sie bestehen aus
den Zuckermolekülen Einfachzucker (wie zum Beispiel in Frucht- oder Traubenzucker), Zweifachzucker (z.B. in Rohrzucker, Kristall- oder Haushaltszucker, Rübenzucker sowie Milch- und Malzzucker) und Mehrfachzucker (Ballaststoffe und Stärke aus Mais, Getreide oder Kartoffeln). Aus den Kohlenhydraten bildet unser Körper Glukose, das als Brennstoff für Gehirn, Muskeln und Nerven dient. Ein Mangel an Glukose macht sich als Müdigkeit,
Leistungsabfall und Konzentrationsschwäche bemerkbar und der Appetit nach Glukose wird angeregt.

Achtung Zucker Achterbahn!

Wenn man nun aber zu Speisen mit hohen Anteil von Einfach- oder Zweifachzucker greift, steigt der Blutzuckerspiegel stark an, fällt jedoch bald wieder und ein Hunger nach neuen Kohlenhydraten wir ausgelöst. Wenn nicht genügend Kohlenhydrate zu sich genommen werden, stellt der Körper seinen Stoffwechsel um und erzeugt nun die Fettreserven über so genannte Ketone. Diese Körpereigene Energieträger werden alternativ als Energielieferanten von den Zellen genutzt. Nun verwendet Körper die eigenen Fettreserven als Energie – und damit reduziert sich auch das Gewicht.

Mehr Fette und trotzdem abnehmen?

Anstatt zu Kohlenhydraten greift man bei der Low Carb Ernährung zu Fett- und Eiweißhaltigen Lebensmitteln. Eiweiß gilt ebenfalls als Energiequelle und wird für den Zellaufbau benötigt. Auch das Immunsystem sowie wichtige Stoffwechselvorgänge brauchen Eiweiß für ihre Funktionen. Zu den wichtigsten Proteinquellen gehören Milchprodukte, Fisch, Fleisch sowie Nüsse und Samen. Eine fett- und eiweißreiche Ernährung sättigt besser und hält den Blutzuckerspiegel niedrig. So gehören Heißhungerattacken und Gelüste auf Süßes der Vergangenheit an. Außerdem benötigt der Körper für die  Verarbeitung und Umwandlung von Eiweiß mehr Energie  als für die Verdauung von Kohlenhydraten – das ist ein Vorteil. Bei gleicher Kalorienmenge bleibt also weniger übrig, was sich als Fett anlagern kann.

Low Carb heißt nicht vollkommen streichen.

Um aber auf die oben erwähnten Vorteile der Kohlenhydrate nicht zu verzichten empfiehlt es sich unverarbeitete Kohlenhydrate (wie beispielsweise Vollkornprodukte, Haferflocken, Gemüse und Salat) mit auf den Speiseplan zu setzen. Diese können nicht direkt in Glukose umgewandelt werden. Sie machen länger satt und der nächste Hunger lässt auf sich warten. Diese sollten aber in Maßen und wenn möglich nicht abends gegessen werden.

Es gibt verschiedene Ansätze für eine Low Carb Ernährung, je nach Ansatz kann
man eine ketogene Diät mit einer täglichen Energiezufuhr zu etwa 50-70% aus Fett,
Kohlenhydrate mit maximal 5% und Eiweiß 25-35% machen. Sehr viel moderater ist
eine Ernährung, die zu 30% aus Kohlenhydraten besteht, während Fett 10% und
Eiweiß 60% ausmacht. Im Endeffekt ist wieder einmal die Eigenverantwortung gefragt. Mir persönlich tut die Low Carb Ernährung sehr gut, vor allem das Vermeiden von stark verarbeiteten Kohlenhydraten ist eine Wohltat für meinen Körper.

Autorin: Doris Kühnrich
Expertin für gutes, gesundes, regionales Essen.
Regional Kochen
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