Filzen aus Leidenschaft

Über das Filzen und Vorzüge heimischer Wolle

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Filzen aus Leidenschaft

Ich erzähle heute über mein kreatives Hobby, meinen zweiten Beruf und vor allem meine kraftgebende Leidenschaft: das Filzen. Ich habe mich immer gerne kreativ betätigt, mal da mal dort, doch kein Hobby konnte mich so fesseln wie das Filzen.

Vor 12 Jahren kam die Schafwolle zu mir, ich wollte Figuren für den Jahreszeitentisch gestalten. Aus diesem anfänglichen Wolle-Legen entwickelte sich das Nadelfilzen, dann das Nassfilzen. Angeregt durch Bücher und Videos und in letzter Zeit vor allem Beiträgen in Facebook, wurden mir die scheinbar unendlichen Möglichkeiten offenbart, die ich auf unterschiedlichste Weise umsetze.

Was du über Schafwolle und Filzen wissen solltest

Die Wolle des Schafes ist am besten geeignet zum Filzen. Sie hat wie auch das Menschenhaar Schuppen, die sich bei Feuchtigkeit öffnen. Durcheinandergelegte, feuchte Haare, die bewegt werden, verhaken sich und verdichten sich – so entsteht Filz und Walkstoff. Die Bewegung kann auf verschiedene Arten erfolgen, die Erfahrung und auch das gewünschte Ergebnis entscheiden, ob das Werkstück gerieben wird, gerollt oder auch geworfen. Man kann der Schafwolle auch andere Fasern beimengen wie Seide, andere Tierhaare oder auch synthetische Garne.

Die  Schafwolle hat hervorragende Trageeigenschaften:

  • sie wirkt antibakteriell
  • kühlt im Sommer
  • wärmt im Winter
  • isoliert bei Feuchtigkeit

Schon vor 5000 Jahren haben Völker die Schafwolle verwendet, um daraus Hirtenmäntel, Decken und Jurten zu filzen, somit ist Filzen vermutlich die älteste Textiltechnik.

Über die wunderbare heimische Wolle

Auch Österreich ist reich an wunderschöner Schafwolle, nur wird sie hierzulande nicht ausreichend geschätzt und verwertet. Jüngere Entwicklungen tendieren wieder dazu, dieses Produkt in den Wirtschaftskreislauf einzubinden. Schafe werden in riesigen Herden in Australien, Neuseeland, Südamerika gezüchtet, und dort wird bei der Schur nicht so sehr auf den Tierschutz geachtet. Wie in jedem Industriezweig wird auch da nun zunehmend aufgezeigt und durch Konsumentendruck eingefordert, welche tierfreundlicheren  Haltungsmethoden möglich sind.

Auf der sicheren Seite bewegt sich frau dort, wo sie die Tiere und den Hof kennt und vielleicht sogar persönlich bei der Schur dabei ist. Ich gehe daher zunehmend dazu über, mir Schafwolle aus der direkteren Umgebung zu besorgen, sie selbst zu waschen, zu kämmen und vielleicht  in Zukunft auch zu färben.

Diese Filzereien entstehen aus der Wolle

Ich experimentiere gerne mit verschiedenen Techniken, probiere verschiedenste Stücke aus und verkaufe diese. Von Schal bis Weste, Schaf zu Vogel, Blüten und Taschen, Wandbehänge und Sitzauflagen filze ich, worauf ich Lust habe.

Autorin: Barbara Vacha

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