Steuerliche Änderungen 2016

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Investieren in Österreich 2016: Steuerliche Änderungen

In Österreich traten mit Jahresbeginn 2016 entscheidende Änderungen bei der Einkommensteuer und der Immobilienbesteuerung sowie bei der Grunderwerbsteuer in Kraft. Auch bei der Umsatzsteuer wurden in einzelnen Bereichen neue Bestimmungen eingeführt.
Umsatzsteuer

Bei der Umsatzsteuer wurde ein neuer, ermäßigter Steuersatz von 13 % eingeführt.
Er gilt seit 1.1.2016 ua. für Umsätze mit lebenden Tieren / Pflanzen, Holz, Kunstgegenständen, für Schwimmbadumsätze und für die Personenbeförderung mit Luftfahrzeugen.
Ab 1.5.2016 gilt dieser Satz auch für Beherbergungsleistungen (inklusive Nebenleistungen) und Eintrittskarten im kulturellen Bereich (Theater, Musik- und Gesangsaufführungen, zoologische Gärten) sowie für Sportveranstaltungen; spezielle Übergangsbestimmungen gibt es bei Anzahlungen auf diese Leistungen.

Ertragsbesteuerung natürlicher Personen

Der Progressionstarif für die Einkommensteuer wurde neu gestaltet, insb. wurde der Eingangssteuersatz auf 25 % reduziert und der Höchststeuersatz bei einem Einkommen von mehr als EUR 1 Mio auf 55 % erhöht (befristet bis 2020). Ab TEUR 90 (bis EUR 1 Mio) beträgt der Steuersatz 50 %.
Die Kapitalertragsteuer wurde von 25 % auf 27,5 % erhöht: Das gilt grundsätzlich für alle Kapitaleinkünfte. Ausgenommen von der Erhöhung sind insbesondere Zinsen aus Geldeinlagen bei Kreditinstituten.
Die beschränkte Verlustvortragsfähigkeit von Einnahmen-Ausgaben-Rechnern mit betrieblichen Einkünften wurde aufgehoben: Verluste ab 2013 sind zeitlich unbegrenzt vortragsfähig.
Für kapitalistische (also beschränkt haftende und kaum mittätige) Mitunternehmer gilt nun eine Verlustverrechnungsbremse in Höhe der geleisteten Einlage: Ein nicht verrechenbarer Verlust geht auf „Wartetaste“ und kann erst bei künftigen Gewinnen oder Einlagen verrechnet werden.

Neuerungen bei Immobilien

Die Immobilien-Ertragsteuer für natürliche Personen wurde von 25 % auf 30 % erhöht; für juristische Personen bleibt sie bei 25 %.
Der Inflationsabschlag wurde abgeschafft.
Der Abschreibungssatz für Gebäude im Betriebsvermögen liegt nun bei maximal 2,5 % pa.
Der Abschreibungssatz für Wohngebäude im Betriebsvermögen beträgt maximal 1,5 % pa.
Im außerbetrieblichen Bereich wird der pauschal festgelegte Grundanteil bei Kauf von bebauten Grundstücken von 20 % auf 40 % erhöht. Der Minister kann durch Verordnung davon abweichend unter bestimmten Voraussetzungen ein anderes Aufteilungsverhältnis festlegen.

Grunderwerbsteuer

Die Berechnung der idR 3,5%igen Grunderwerbsteuer (GrEStG) auf Basis der Einheitswerte wurde abgeschafft, außer in der Land- und Forstwirtschaft.
Die GrESt für unentgeltliche Übertragungen wird nun vom Grundstückswert berechnet, der idR etwas unter dem Verkehrswert liegt.
Der Steuersatz für unentgeltliche Erwerbe wurde in Abhängigkeit vom Grundstückswert gestaffelt: für die ersten EUR 250.000 beträgt er 0,5 %, für die nächsten EUR 400.000 2 % und darüber 3,5 %.
Die Regelungen zur Anteilsvereinigung bzw. bei Gesellschafterwechsel bei Personengesellschaften wurden verschärft.
Die Begünstigungen für Betriebsübergaben wurden etwas erweitert.

Weitere wichtige Änderungen

Eine Registrierkassenpflicht wurde ebenso eingeführt wie eine Belegerteilungs- und Einzelaufzeichnungspflicht bei Barumsätzen; es gibt Ausnahmen in einem sehr eingeschränkten Umfang.
Neu geschaffen wurde ein Kontenregister und damit die Möglichkeit der Konteneinschau für die Finanz unter bestimmten Voraussetzungen sowie die Meldepflicht der Banken bei Kapitalabflüssen ab TEUR 50 von Konten / Depots natürlicher Personen (Ausnahme: Geschäftskonten).
Barzahlungen für Bauleistungen von über EUR 500 sind steuerlich nicht mehr abzugsfähig.
Für Arbeitslöhne in der Baubranche gilt ein Barzahlungsverbot.
Die Forschungsprämie wurde von 10 % auf 12 % erhöht.
Die 1%ige Gesellschaftsteuer für die Zuführung von Eigenkapital wurde abgeschafft.

Textquelle: TPA Horwath (NEWSLETTER 3/2016)

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