Rechnungsmängel und Rechnungsberichtigung

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In der Praxis passiert es immer wieder, dass Rechnungen falsch ausgestellt werden.

Rechnungen sind Urkunden, die im Steuerrecht von besonderer Bedeutung sind, da nur eine ordnungsgemäße Rechnung den Unternehmer zum Vorsteuerabzug berechtigt.

Grundsätzlich schuldet jeder Unternehmer, der im Inland eine steuerpflichtige Lieferung oder sonstige Leistung erbringt, die gesetzlich vorgesehene Umsatzsteuer – auch wenn keine Rechnung gelegt wird oder die in der Rechnung ausgewiesene Umsatzsteuer zu niedrig ist.

Andererseits schuldet jeder Unternehmer, der Umsatzsteuer in Rechnung stellt, diese – auch wenn nach dem Umsatzsteuerrecht keine Steuer geschuldet würde (Steuerschuld kraft Rechnungslegung).

Voraussetzung für die Geltendmachung des Vorsteuerabzugs aus Eingangsrechnungen ist eine ordnungsgemäße Rechnung, die alle erforderlichen Rechnungsmerkmale enthält. Der Leistungsempfänger hat Anspruch auf eine ordnungsgemäße Rechnung, den er gegebenenfalls im Zivilrechtsweg durchsetzen kann. Das ändert aber nichts an der grundsätzlichen Pflicht des Rechnungsempfängers auf Bezahlung einer fälligen Rechnung, selbst wenn diese aus umsatzsteuerlicher Sicht mangelhaft ist.

AUSNAHME:

Bei innergemeinschaftlichen Erwerben und in Fällen des Reverse-Charge-Verfahrens ist ein Vorsteuerabzug auch ohne formgerechte Rechnung möglich.

WIE IST VORZUGEHEN, WENN EINE RECHNUNG NICHT ORDNUNGSGEMÄSS IST?

Eine Ergänzung oder Berichtigung der Rechnung durch den Empfänger kann Rechnungsmängel nicht sanieren. Der Rechnungsaussteller kann jedoch jederzeit die Rechnung berichtigen bzw. ergänzen.
Das muss nicht auf der Originalrechnung geschehen, sondern kann mittels eines eigenen Dokuments erfolgen, in dem unter Hinweis auf die ursprüngliche Rechnung die notwendigen Ergänzungen oder Berichtigungen vorgenommen werden. Es kann natürlich auch eine berichtigte Rechnung zur ursprünglichen Rechnung ausgestellt werden. Diese berichtigte Rechnung muss dem Empfänger nachweislich zugekommen sein. Wenn der Unternehmer eine zweite Rechnung für einen Umsatz ausstellt, für den er bereits eine Rechnung gelegt hat, kann sich eine Steuerschuld kraft Rechnung ergeben. Um dies zu vermeiden, muss in der berichtigten Rechnung auf die ursprüngliche Rechnung hingewiesen werden. Zum Vorsteuerabzug berechtigen solche Rechnungen erst ab dem Zeitpunkt der Richtigstellung oder Vervollständigung, nicht rückwirkend.

Autorin: Martina Janka

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