Kennst Du den Mama-Effekt?

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Oft sind es unsere Liebsten, die zielsicher ins Schwarze treffen und von ihnen tut es am meisten weh.

Warum tun Kinder zu Hause und im Speziellen, wenn wir uns bei unserer Ursprungfamilie befinden, Dinge, die sie (angeblich!) im Kindergarten oder Schule nicht einmal andenken?

Kommt Dir das bekannt vor?

Dein Kind war den ganzen Nachmittag entspannt bei den Großeltern, doch sobald Du als Mutter auf der Bildfläche erscheinst, beginnt es zu zicken, fahrig zu werden oder alle schlechten Manieren gleichzeitig auszuprobieren? Aussagen Deines Vaters: „Also ich weiß nicht, er war die ganze Zeit über so brav, bevor Du gekommen bist!“ gießen auch noch Öl ins Feuer.
Kein Sorge, Du bist nicht allein. Du hast gerade Bekanntschaft mit dem Mama-Effekt gemacht.

Denn, sobald wir über die Schwelle unseres Elternhauses treten, sind wir selbst wieder „die Kleine“ und das spürt auch unser Kind, zudem erhöhen die kritischen Blicke der Eltern den Stress. In unserem Gehirn sind die alten Gefühle von damals gespeichert, z.B. kritische Worte als wir gerade in der Schule versagt haben. Leider vergisst unser Reptiliengehirn nichts, alle Emotionen, egal wann sie passiert sind, werden hier abgelegt und in Stresssituationen wieder hervorgeholt. Unsere Reaktion die gleiche wie damals – Kampf, Flucht oder Totstellen.

Was kann helfen, damit Familientreffen entspannt ablaufen?

Ein entspanntes Treffen sich im Geiste vorzustellen (alle lachen und sind fröhlich) und wieder mit den eigenen Eltern reden, über Dinge, die uns am Herzen liegen, wieder an der Beziehung zueinander arbeiten. Nicht gleich alles persönlich nehmen, ruhig durchatmen, den Satz wiederholen und versuchen das dahintersteckende Bedürfnis der Eltern zu hören: „Ah, Du machst Dir Sorgen, dass Christoph sich verkühlt, wenn er keine Weste anhat?“ Wir fühlen uns dabei weniger als unterlegenes Kind, denn wir kommunizieren jetzt auf Erwachsenenebene, unser eigenes Kind nimmt uns als Elternteil wahr, zudem es aufschauen kann und wir fühlen uns dadurch viel selbstsicherer.

Hast Du auch schon Ähnliches erlebt?

Lassen Sie uns gemeinsam ein Lebenszeichen setzen!
Herzlichst
Michaela Nikl

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