Arbeitnehmerveranlagung – Pflichtveranlagung

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Bei der ANV wird zwischen Pflicht- und Antragsveranlagung unterschieden. Unter folgenden Voraussetzungen sind Sie verpflichtet, eine Veranlagung bis 30. April (in Papierform) des Folgejahres beim Finanzamt bzw. bis 30. Juni (elektronisch) des Folgejahres auf Finanz Online abzugeben:

• wenn Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit bezogen wurden, die nicht dem Lohnsteuerabzug unterliegen (z.B. Grenzgänger),
• wenn ein zu hohes Pendlerpauschale oder ein zu hoher Pendlereuro berücksichtigt wurde oder die Voraussetzungen dafür nicht vorlagen,
• wenn der Zuschuss zur Kinderbetreuung zu Unrecht oder in unrichtiger Höhe steuerfrei ausbezahlt wurde,
• wenn Bezüge eines österreichischen Abgeordneten zum Europäischen Parlament ausbezahlt wurden,
• oder wenn der Arbeitnehmer vorsätzlich gemeinsam mit dem Arbeitgeber die abzuführende Lohnsteuer verkürzt hat.

In diesen Fällen haben Sie zur Abgabe der ANV bis zum 30. September Zeit:

wenn Sie im Kalenderjahr zumindest zeitweise gleichzeitig zwei oder mehrere lohnsteuerpflichtige Einkünfte haben.
oder wenn der Alleinverdiener- bzw. Alleinerzieherabsetzbetrag oder das Pendlerpauschale berücksichtigt wurde, aber die Voraussetzungen nicht vorlagen.

In folgenden Fällen können Sie vom Finanzamt zur Abgabe einer ANV aufgefordert werden:

bei Bezug von Krankengeld aus der gesetzlichen Sozialversicherung, Bezügen für Truppenübungen, Bezügen vom Insolvenz-Entgelt-Fonds, bestimmten Bezügen aus der Bauarbeiterurlaubskasse und Bezügen für einen Dienstleistungsscheck,
bei Rückzahlungen von Pflichtversicherungsbeiträgen oder Pensionsbeiträgen,
• oder wenn ein Freibetragsbescheid für das Kalenderjahr bei der Lohnverrechnung berücksichtigt wurde.

Autorin: Martina Janka

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